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Beobachtungsstudie bei Angstpatienten

Prof. h.c. Universität Kirgisistan Dr. med. dent. Ismail Özkanli


Berlin 2010


lsono - Mentaltrainer - Beobachtungsstudie bei Angstpatienten im Dentalist Zahnzentrum Mehringdamm 48 10961 Berlin



Vorbemerkung



Um die Wirksamkeit des Isono-Mentaltrainers in vivo belegen zu können, müssen zunächst verschiedene methodologische Aspekte bedacht werden. Einer der wichtigsten Punkte ist dabei der so genannte „Plazebo-Effekt" (von lat. placebo, ich gefalle); mit diesem Begriff werden Wirkungen bezeichnet, die nicht kausal von der Prüfbehandlung verursacht werden, sondern auf irgendwelche anderen Faktoren im therapeutischen Setting zurückzufuhren sind, wie z. B. den natürlichen Krankheitsverlauf, unbekannte oder undefinierte Faktoren in der Behandlung, individuelle Faktoren beim Behandler, beim Patienten oder in der Interaktion zwischen beiden und viele mehr. Aufgrund dieser Überlegung kann es unter seriösen Wissenschaftlern als allgemein anerkannter Konsens gelten, dass eine Prüfbehandlung statistisch signifikant und in klinisch bedeutsamer Weise wirksamer sein sollte als ein Plazebo (KAPTCHUK 1998).



Eine Schlüsseleigenschaft einer geeigneten Plazebo-Modalität ist ihre Glaubwürdigkeit. Die Pazebobehandlung sollte zumindest für den Patienten nicht von der Prüfbehandlung zu unterscheiden sein; idealerweise ist sie dies auch für den Behandler nicht, in welchem Fall man von einem doppelt blinden Studiendesign spricht. Die herausragende Bedeutung der Glaubwürdigkeit einer Plazebobehandlung wird von einer unlängst erschienene Arbeit von KAPTCHUK et al. (2006) unterstrichen: In dieser Studie wurde ein signifikanter Unterschied zwischen zwei gleichermaßen wirkungslosen, aber völlig unterschiedlichen Plazebobehandlungen (Tablette bzw. Scheinakupunktur) gefunden, die zudem beide einen Einfluss auf die Prüfkondition (persistente Armschmerzen) hatten.



Anwendung bei Angstpatienten



Erste eigene Untersuchungen haben sehr ermutigende Resultate erbracht: So führte in einer offenen Beobachtungsstudie zur — notorisch schwierigen — Behandlung der Angstpatienten durch den Isono-Mentaltrainer gegenüber einer unbehandelten Kontrollgruppe zu einer dramatischen Reduzierung der Angst vor einer zahnärztlichen Behandlung wie Implantation, Zahnextraktion oder Zahnpräparation.



Stichprobe



Die Stichprobe bestand aus 20 weiblichen Patientinnen, von denen 10 mit dem Isono-Mentaltrainer behandelt wurden und die anderen 10 unbehandelt blieben. Es handelte sich somit um eine offene Beobachtungsstudie mit niedriger Evidenz. Die Patientinnen waren zwischen 21 und 60 Jahre alt (Mittelwert 48,7±5,8 Jahre, Median 48 Jahre).


Behandlung:



Der Isono-Mentaltrainer wurde 15 Minuten vor der zahnärztlichen Behandlung am Unterarm der Patientinnen angeschlossen und während der gesamten Behandlung am Unterarm belassen. Es lief das Programm „Entspannung". In der Kontrollgruppe wurde keine Intervention vorgenommen.



Auswertungsmethode:



Die Patientinnen wurden gefragt, wie groß die Angst und Anspannung, auf einer Skala von 1-10, vor der zahnärztlichen Behandlung war, bevor und nachdem das Gerät angeschlossen wurde. Weiterhin wurde die subjektive Empfindung des behandelnden Zahnarztes gefragt, ob es zu einem stressfreieren Arbeiten durch den Isono-Mentaltrainer gekommen ist. Die Daten wurden statistisch mit dem Mann-Whitney-U-Test ausgewertet, das Signifikanzniveau wurde auf p<0,05 festgelegt.



Ergebnisse:



Die zahnärztliche Behandlung mit dem Isono-Mentaltrainer erzielte bei allen Patientinnen Angstfreiheit und Entspannung. Eine Entspannung wurde von den Patientinnen bereits nach 15-18 Minuten (Mittelwert 16 ±0,5; Median 16 Minuten) beobachtet, in deutlichem Gegensatz dazu hielt die Angst und Anspannung in der Kontrollgruppe typischerweise während der gesamten Behandlung an. Die behandelnden Zahnärzte gaben ein stressfreieres Arbeiten bei den Patientinnen mit dem Isono-Mentaltrainer gegenüber der Kontrollgruppe an. Die Gruppenunterschiede waren quantitativ so eindrucksvoll und eindeutig, dass die statistische Signifikanz — die für beide Endpunkte trotz des geringen Stichprobenumfangs deutlich und auf höchstem Niveau erzielt wurde — bei der Interpretation der Ergebnisse fast keine Rolle spielt. Praktisch bedeutet dies, dass alle Isono-Mentaltrainer-Patientinnen komplett angstfrei und entspannt waren, wobei die Patientinnen der Kontrollgruppe während der gesamten Behandlung angespannt und ängstlich waren.



Schlussfolgerung: Auch unter kritischster Würdigung der offensichtlichen methodischen Schwachpunkte dieser Untersuchung mit ihrem sehr einfachen Design und niedriger Evidenz sind die Ergebnisse eindrucksvoll. Zwar gebietet das Fehlen einer Kontrollbehandlung, einer Randomisation und einer Verblindung Vorsicht, und ein Effekt kann unter diesen Voraussetzungen allenfalls vermutet und natürlich nicht nachgewiesen werden; allermindestens rechtfertigen die Ergebnisse aber weitere systematische Studien höherer Evidenz.