Wer sich ändern will, braucht einen Aufpasser – Prof. Gerhard Roth - potenziale-coach.de

Prof. Gerhard Roth

Es gibt drei Möglichkeiten, einen Menschen zu ändern. Die erste Methode ist eine Gehirnwäsche. Indem man einen Menschen brutal isoliert, demütigt, entmenschlicht, kann man den Willen eines jeden Menschen brechen. Der Nachteil ist, dass das sehr unmoralisch ist und man den Menschen dann zerstört hat. Der zweite, humanere Weg ist ein starker emotionaler Aufruhr. Also ein schockierendes Erlebnis, eine schwere Krankheit oder der Tod eines geliebten Menschen. Irgendetwas, das mich zutiefst erschüttert. Dann kann es gelegentlich zu starken Veränderungen der Persönlichkeit kommen.

Muss das denn immer ein großes Unglück sein?

Es kann auch die Bekanntschaft eines Menschen sein. Ein großes Vorbild. Aus irgendeinem Grund kann es dann zu einem Erweckungserlebnis kommen. Wenn man nachgräbt, merkt man, dass diese erweckten Menschen schon vorher bereit dazu waren. Die Begegnung ist der Funke. Ich war mit dem Beruf oder der Beziehung unzufrieden, habe es aber nicht eingestanden. Und jetzt, wo ich ihn oder sie kennengelernt habe, jetzt mache ich es.

So eine erweckende Begegnung kann man aber wohl leider nicht herbeizwingen. Sie sprachen von drei Methoden…

Die dritte Methode ist die harmloseste: In ganz kleinen Schritten, über lange Zeit. Das funktioniert nicht immer. Alleine fast nie, weil man zu früh aufgibt. Aber wenn man einen Menschen hat, der sagt, du wolltest doch, also tu es auch, dann kann es klappen. Am besten man beschwört seinen Lebenspartner: Egal was passiert, du treibst mich an. Das Wetter ist schlecht? Egal, du gehst jetzt laufen!

Wirklich ernst gemeinte Vorsätze muss man also öffentlich machen.

Selbst ein großer Zettel über dem Bett – „Ab morgen wird gespart!“ – nützt nichts. Da muss jemand sein, der richtig sauer wird, wenn ich mich nicht ändere.